Garten von Annelore und Matthias Kolbohm

Der Garten der Familie Kolbohm ist in diesem Jahr nicht geöffnet!

Unseren Garten haben wir im Sept. 1995 angelegt. Noch vor der Hausübergabe hatte ich Zeit für die Planung, und wir konnten auch schon auf dem Grundstück arbeiten. Das war ein großer Vorteil, denn meistens ist es doch so, dass man vor lauter Umzugsstress und Arbeiten im Haus erst mal keine Zeit für den Garten hat.

Bei der Planung wollte ich vieles berücksichtigen:

  • der Garten soll nicht zu klein wirken auf dem Grundstück von 670qm
  • er soll das relativ schlichte Haus schmücken
  • auf dem Grundstück wollen wir uns trotz der angrenzenden 6 Nachbargrundstücke privat fühlen können
  • trotz nicht optimaler Himmelsrichtung (Süden zur Straße hin) wollen wir sichtgeschützt auf der Terrasse sitzen können
  • für die Kinder soll es eine Sandkiste, ein Kinderhaus und eine Schaukel geben, alles nicht zu dicht an der Terrasse, damit sie sich auch mal unbeobachtet fühlen können, dabei nicht zuviel und nicht zu wenig Sonne abkriegen
  • die Kinder sollen rund ums Haus laufen (und fahren) können
  • es soll Obst geben und einen kleinen Kräuter- und Gemüsegarten, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, vom Säen bis zum Ernten alles mitzumachen
  • es sollen Bäume gepflanzt werden, da wir aus der schönen Lübecker Gegend stammen, wo es herrliche Laubwälder gibt

So gut wir konnten haben wir diese Kriterien versucht zu erfüllen. Mein Mann, der weltbeste Gartenwegepflasterer ( und –Kinderhausbauer, und –Achteckpavillonbauer, und –Rankgitter- und Rosenbogenaufsteller) fing nach meinen Plänen mit dem Pflastern an, hub eine große Grube für die Sandkiste aus und säte Rasen ein. Viele, viele Pflanzen schenkten uns unsere Eltern und alte und neue Nachbarn. Ein Einzugesgeschenk von den Eltern war eine 8 Jahre alte Eiche, auf deren Rauschen wir heute nicht mehr verzichten möchten.

Veränderungen?

Jeder Gartenbesitzer weiß, dass der Garten jedes Jahr anders aussieht. Zudem passt er sich den Bedürfnissen der Familie an. Aus der Sandkistenecke entstand bei uns mit zunehmendem Alter der Kinder ein neues Rosenbeet, trotz leichtem Protest („wir haben doch schon genug von den stacheligen Gesellen“). Unsere Duoschaukel wurde, als das Holz langsam morsch wurde auf meinen Wunsch von dem weltbesten Schaukelbauer noch einmal neu errichtet, weil ich das Schaukeln liebe. Nun sitzen statt der Kinder wir zu zweit in den gemütlichen Hängesesseln mit einem Kaffee in der Hand zum Feierabendplausch. Dort, wo ehemals das Kinderhaus stand, steht seit 2006 mein Traum, ein Achteckpavillon. Darin verbrachten wir schon viele schöne Stunden zu zweit oder mit Freunden inmitten der Rosen. Das offene Carport wurde 2006 mit Tür und entsprechenden Fenstern verschlossen, der Traum des Hausherrn von einem einigermaßen geschlossenem Abstellraum wurde wahr, etwas mehr Platz für Werkzeug war endlich da.

Rosen?

Schnell stellte ich fest, dass der Boden gut für Rosen geeignet ist und eine liebe Bekannte in Moorriem zeigte mir damals ihre neue Bepflanzung mit englischen Rosen. Diese stark gefüllten, altmodisch aussehenden und wunderbar duftenden Rosen interessierten mich ungemein und bald war ich mit dem „Rosenvirus“ infiziert. Zu den englischen Rosen gesellten sich mit der Zeit historische, Delbard-, Guillot-, Weihrauch-, und viele andere schöne, darunter natürlich auch moderne Rosen. Inzwischen wachsen an die 150 verschiedene Sorten in dem Garten, einige wurden schon 1996 gepflanzt, andere sind noch ganz klein und jung. Auch aus dem Garten des nicht mehr in Familienbesitz befindlichen Großelternhauses, in dem ich als Kind oft zu Besuch war, konnte ich einige Rosenstecklinge bekommen, die sich in meinem Garten gut entwickelt haben.

Clematis?

Die Rosen bekamen bald Gesellschaft in Form von einigen Geißblättern und Clematis. Manchmal mit dem Ziel, kahle "Rosenbeine", wie z.B. bei der bei uns staksig wachsenden engl. Rose "Othello" oder der Kletterrose "Sympathie", manchmal um rosenblütenarme Zeiten zu überbrücken, oder auch um ein schönes Farbspiel von Rosenblüte zu Clematisblüte zu erreichen. Die meisten der ungefähr 70 Clematis planzete ich ab 2004, wobei ich die robusteren und kleinblütigeren Viticellas bevorzugte. Außerdem entdeckte ich die Vorzüge der Staudenclematis, die sich besonders für kleine Gärten eignet, weil sie nicht so groß wird. Einige dieser Sorten sind wunderbar wie langblühende Stauden einzusetzen.

Grüner Daumen?

Nein, ich glaube, den habe ich leider nicht! Ich musste mir alles „anlesen“, bzw. erfragen bei den erfahrenen Gärtnerinnen in meinem Bekanntenkreis. Doch die Arbeit in meinem Garten entspannt mich ungemein, hilft die Gedanken zu sortieren, fast wie Meditation, und macht mich einfach glücklich.

Besondere Pflanzen?

Es gibt bei mir einige seltene und historische Rosen zu entdecken, außerdem mehrere neuere Clematiszüchtungen. Für StaudenliebhaberInnen gibt es bei mir für evtl. InteressentInnen wohl keine besonderen Schätze zu entdecken, sondern eher die bewährten und gängigen Sorten. Mir ist die Gesamtgestaltung des Gartens wichtig, dass er auf unsere Vorlieben und Bedürfnisse abgestimmt ist, sich in der Gestaltung dem Haus und der Umgebung anpasst und uns erfreuen kann.

Warum „offener Garten“?

Ach, in der Rosenzeit ist der Garten so schön, dass ich einfach denke, dass andere Menschen sich auch an der Schönheit und dem Duft erfreuen würden. Aber wer traut sich schon einfach rundum zu sagen: „Komm doch mal in meinen Garten, da blüh’n grad die Rosen so herrlich!“. Drum kommen Sie einfach vorbei, wenn Sie mal gucken wollen und genießen Sie ein hoffentlich schönes Viertelsündchen in meinem geliebten Garten!